Liebling des Monats

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Diesen Titel hat sich im Oktober ohne jeden Zweifel Claus Weselsky verdient. Dieses

Beharrungsvermögen, diese kreative Kampfbereitschaft, dieser Schnäuzer. Dieses wohlige

Schwelgen im „Arbeidsgampf“.

Sein Gespür für den richtigen Augenblick ist beeindruckend: Ein flächendeckender Streik  an einem Wochenende, an dem in sieben Bundesländern die Schulferien beginnen und in zwei weiteren enden: Chapeau! Diese Idee kommt aus der ganz großen, steinzeitlichen  Trickkiste des Arbeitskampfes. Die auf den Bahnhöfen strandenden Familien werden es ihm danken. Da bekommt der Begriff „Abenteuerferien“  eine völllig neue Bedeutung.

Seit Anfang Juni unterhält der zum „Durchstreiken“ entschlossene Weselsky nun die Republik mit seinen originellen Einfällen. Dass es ihm vor allem um mehr Macht im Gewerkschaftsgefüge der Bahn geht, ist da fast schon Nebensache. Allerdings: Um es zum Liebling des Monats November zu schaffen, müsste er schon selbst in den Streik treten. Unbefristet.

Frühling kostet

Es hat sich bei den Menschen die Idee festgesetzt, der Frühling sei die lebendigste, schönste, romantischste und beglückendste Jahreszeit. Da flattern die blauen Bänder, selbst die ungebührlichsten Triebe reimen sich auf Liebe und ein jedes findet das seine, während die knospende Natur sich zur Blüte entwickelt. Es soll übrigens Menschen geben, die angesichts der derart schwellenden Natur in tiefe Depressionen verfallen, aber das nur nebenbei.

Tatsächlich ruiniert uns der Frühling körperlich, seelisch und finanziell. Wer trotzdem meint, glücklich und sonnentrunken durch die Straßen der Hauptstadt wandeln zu müssen, wer benommen in fremde Gesichter grinst und sich der lauen Lüfte und der ersten brennenden Röte im Gesicht erfreut, der kann wohl nicht dafür.

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