Zeit für einen Journalistenstreik

Am Donnerstag veröffentlichte das Reporter-Forum die Namen der Journalisten, die für den Deutschen Reporterpreis 2014 nominiert sind. In acht Kategorien wurden 60 Texte benannt. Eine dieser Kategorien lautet: Freier Reporter. Hierbei dürfte es sich künftig um die Königsklasse handeln. Zumindest, wenn man der Logik von Gruner und Jahr folgt, die just einen Tag zuvor die Streichung sämtlicher Textredakteursstellen in der Redaktion der Brigitte-Titel verkündeten.

Dadurch, dass alle schreibenden Redakteure herausgeworfen werden, soll nach Verlagsaussagen künftig „mehr Potenzial und Vielfalt von außen“ hereingeholt werden, die von einem  „agilen, kreativen und flexiblen Kompetenzteam ausgedacht und produziert“ werden. Das klingt natürlich dynamischer, als zuzugeben, dass die Freien einfach viel billiger sind. Schon seltsam, dass der Verlag dem Blatt gleichzeitig „hohes journalistisches Niveau, genaue Recherche, hervorragende Texte“ bescheinigt. Man würde sich wünschen, dass das Reporterforum  zum Journalistenstreik aufruft.