No more Varoufakis! Please!!!

Es gibt auf dieser Welt viele interessante Menschen. Die meisten von ihnen sind völlig unbekannt. Sie pflegen alte Menschen, schreiben Bücher, erziehen Kinder, heilen Krankheiten, bauen Häuser – kurzum, sie machen sich nützlich. Zur Spezies der eher unbekannten, aber dennoch nützlichen Menschen zählen auch viele Politiker, die in Parlamenten sitzen, sich über den Neubau von Autobahnen oder Kindertagesstätten streiten, örtliche Grünanlagen gegen Dealer verteidigen oder Flüchtlingsheime durchsetzen. Sprich: Sie machen viel mühsamen Kleinkram, der ihnen oft wenig Anerkennung und viel Ärger einbringt. Es ist interessant, über solche Menschen zu lesen, denn es erhöht üblicherweise die Hochachtung vor ihrer Arbeit. Dann gibt es Leute,  die zwar sehr bekannt sind, deren Bekanntheitsgrad allerdings ihrem Nutzen für die Welt diametral entgegengesetzt ist. Dazu gehören zum Beispiel Dieter Bohlen, Heidi Klum und Wladimir Putin. Wenn sie die Welt schon nicht schöner machen, machen sie zumindest einige Menschen auf dieser Welt reicher. Und seien es nur sie selbst. Und schließlich gibt es Yanis Varoufakis. Er gehört zu der Spezies von Menschen, deren Sinnhaftigkeit im selben Maße abnimmt, wie ihre Bekanntheit steigt. Mittlerweile dürfte fast jeder den smarten Glatzkopf kennen. Mit gefühlten tausend Interviews in den letzten 30 Tagen und einer Homestory für Paris-Match hat er selber dafür gesorgt. Varoufakis widerspricht gerne allen anderen, allerdings auch sich selbst und hat so erreicht, dass ihn allmählich keiner mehr kennen, geschweige denn hören oder sehen will. Insofern kann er es sich auch sparen, Videos mit obszönen Gesten ins Netz zu stellen, die nur beweisen, was er tagelang energisch dementiert hat. Um es kurz zu machen: es wäre sehr schön, wenn sich Yanis Varoufakis wieder an irgendeine Uni zurückziehen würde, gerne auch am anderen Ende der Welt. Um sich nützlich zu machen.