Up and away….

In Berlin herrscht gerade Riesenaufregung über eine Kreuzberger Schule, die es okay fand, ihren Englisch-Leistungskurs nach New York zu schicken. Die Wellen schlagen besonders deshalb so hoch, weil die gesamte Reise – in Höhe von nach Abrechnung gut 32.000 Euro –  von den Steuerzahlern bezahlt wurde. Nach dem „Bildungs- und Teilhabepaket“  sind die Sozialämter verpflichtet, die Kosten für Klassenreisen vollständig zu übernehmen – in diesem Fall hatten sämtliche Schüler Anspruch auf die Leistung. Eine Obergrenze wurde in Berlin nicht festgelegt.

Auch wenn der Fall zugegebenermaßen spektakulär ist – die Praxis in den Schulen ist viel mehr zur Aufregung geeignet. Teure Klassenreisen sind nämlich wahrlich keine Ausnahme – besonders, wenn sie Schüleraustausch genannt werden. Ob ein Gymnasium seine Schüler drei Wochen nach Australien schickt oder ein anderes nach Kanada – mit solchen Fahrten wird sehr gerne auf der Schul-Homepage geworben. Dabei geht leider unter, dass die Kosten für Eltern mit normalem Einkommen (und womöglich mehreren Kindern) in keiner Weise erschwinglich sind. Während ausgerechnet die Eltern, die es sich ohnehin leisten können, gerne auch noch Fernreisen in der Schule finanzieren, können andere Schüler sich erst gar nicht um die Teilnahme an einer solchen Fahrt bewerben. Insofern ist zu wünschen, dass der Fall eine längst fällige Diskussion in Gang bringt – nämlich die, dass Schule anbieten sollte, was sich alle leisten können. So gesehen war die New-York-Reise zumindest von großer Chancengleichheit geprägt.